Ausländische Pflegekräfte beschäftigen: Worauf ist zu achten?

Ambulante Pflegedienste sind oftmals sehr teuer. Und die Option der Unterbringung in Pfle-geheimen möchten die meisten Bedürftigen und ihre Angehörigen aus einleuchtenden Grün-den vermeiden. Eine gute Alternative zu diesen beiden Möglichkeiten kann eine 24-Stunden Pflege durch ausländische Pflegekräfte sein. Allerdings gibt es hier einiges zu beachten.

Der Bedarf an Pflegekräften in Deutschland steigt. Die Gründe hierfür wie etwa der demografische Wandel sowie die sogenannten Zivilisationskrankheiten sind weitgehend bekannt und müssen mehr oder weniger als Realitäten bzw. nackte Tatsachen zunächst einfach hingenommen werden. Gefordert ist also zunächst pure Problemlösungskompetenz. Diese besteht seit einigen Jahren darin, ausländische Pflegekräfte zu beschäftigen. Sie sind nicht nur günstiger als ambulante Pflegedienste, sondern auch in großer Anzahl vorhanden, sodass der Pflegekraftmangel ein Stück weit durch sie kompensiert werden kann. Zudem ermöglichen sie es vielen Betroffen und Angehörigen, den Weg ins Pflegeheim zu vermeiden, indem sie für eine 24-Stunden Pflege zur Verfügung stehen. Die Vorteile liegen hier klar auf der Hand: Einerseits genießen die Pflegebedürftigen schlicht und ergreifend eine höhere Lebensqualität, da sie weiterhin in ihrer gewohnten Umgebung leben können. Denn für viele, die ins Pflegeheim gehen müssen, kommt dieser Schritt einer Verfrachtung aufs Abstellgleis gleich – und dies freilich ist nicht das Gefühl, das man sich für sein Lebensalter wünscht. Andererseits werden sie rund um die Uhr betreut und haben neben einem Gesprächspartner immer auch einen Helfer bzw. eine Helferin an ihrer Seite.

Die verschiedenen Varianten ausländische Pflegekräfte zu beschäftigen

Es lassen sich grundsätzlich drei Modelle unterscheiden, wie ausländische Pflegekräfte in Deutschland beschäftigt werden können.

Eine Option ist es, freiberuflich bzw. selbstständig arbeitende Kräfte zu engagieren, die auf Rechnung arbeiten. Hierbei ist besonders zu beachten, dass man nicht der einzige Auftraggeber der jeweiligen Pflegekraft ist, da ansonsten ein begründeter Verdacht auf Scheinselbstständigkeit entstehen kann. Und dies ist für beide Parteien strafbar.

Die zweite Möglichkeit besteht darin, eine Pflegekraft fest anzustellen. Damit übernimmt man zugleich die Arbeitgeberrolle. Nicht nur muss man dann den Mindestlohn und entsprechende Steuern zahlen, sondern auch Beiträge in die Unfallversicherung leisten, bestimmte Arbeitszeitregelungen einhalten sowie im Urlaubs- und Krankheitsfall den vollen Lohn gewähren. Dies stellt sowohl einen hohen bürokratischen Aufwand als auch eine teure Angelegenheit dar.

Weniger aufwändig und weitaus günstiger ist dagegen die dritte Variante. Hierbei können Pflegekräfte über eine Vermittlungsagentur eingestellt werden, die ihre Pflegekräfte von ausländischen Unternehmen rekrutiert. Diese sind dann auch die Arbeitgeber der Pflegekräfte, und man selbst als Kunde muss lediglich den vertraglich vereinbarten Monatsbetrag zahlen. Dieser bewegt sich in einem Fenster zwischen ca. 1.200 und 2.500 Euro. Ein Beispiel für eine Vermittlungsagentur dieser Art ist Curando. Ihre Steuern und Sozialversicherungsbeiträge zahlen die Pflegekräfte in ihrem Heimatland. Es sollte unbedingt verstärkt auf die Seriosität der Vermittlungsagenturen geachtet werden, um eine Ausbeutung der Pflegekräfte auszuschließen.

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