Demenz: Die richtige Pflege ist wichtig

Die Diagnose Demenz zu erhalten ist für die meisten betroffenen zu beginn ein Schock. In den verschiedenen Lehrbüchern wird Demenz mit dem teilweisen Verlust von kognitiven, sozialen sowie emotionalen Fähigkeiten beschrieben. Vor allem für die Verwandtschaft ist es oftmals ein Schock, da bisher die Krankheit Demenz in der Öffentlichkeit ein wenig wie ein Tabu behandelt wird. Daher versuchen viele Pflegeorganisationen und Vereine zum Thema Demenz aufzuklären. Die Krankheit kann ganz verschiedene Wege einnehmen und bedeutet keineswegs, dass der oder die betroffene kein eigenständiges Leben mehr führen kann. Wird die Krankheit frühzeitig erkannt, ist eine Behandlung möglich, die für eine deutlich erhöhte Lebensqualität des erkrankten sorgt. Demenz heißt nicht, direkt ein Pflegefall zu sein.

Pflege zu Hause

Anders als oftmals von vielen Betroffenen gedacht, bedeutet die Diagnose der Krankheit nicht in ein Heim zu müssen. Gerade wenn die Krankheit und die Symptome frühzeitig erkannt werden, ist es problemlos möglich, weiterhin zu Hause wohnen zu bleiben. Wichtig ist, die Unterstützung durch die Angehörigen und ggf. eine zusätzliche Betreuung durch einen Pflegedienst. Dabei handelt es sich nicht um eine Vollzeitpflege. Es ist lediglich notwendig, zwischendurch nach dem Rechten zu sehen. Der richtige Umgang mit einem Demenzkranken Menschen will ebenfalls gelernt sein. Oftmals kommt es vor, das Informationen durch die erkrankte Person durcheinander geschmissen werden. Teilweise entstehen so neue Informationen und Geschichten, die so nicht stimmen. Allerdings handelt es sich dabei nicht um eine Böswilligkeit, sondern vielmehr um eine Fehlinterpretation von vorhandenen Informationen des Betroffenen. Geduld ist der Schlüssel, denn es kommt nicht selten vor, das sich die Erkrankten selbst über das Fehlen von Informationen ärgern.

Stationäre Pflege

Demenz Patienten sollten nur aus der gewohnten Umgebung entfernt werden, wenn eine Pflege zu Hause nicht mehr zu realisieren ist. Die gewohnte Umgebung zu Hause ist gut für den Patienten. Bei einer stationären Pflege sollte darauf geachtet werden, viele bekannte Gegenstände mit in das Pflegeheim zu nehmen. Weiterhin ist die Bindung zu den Angehörigen wichtig und sollte nicht vernachlässigt werden.

Comments

  1. Xaver W. says

    Wer, wie ich, genügend Jahrzehnte auf dem Erdenball verbracht hat, der weiß, daß Schicksalsschläge erstens nicht gerecht verteilt sind und zweitens sich immer dann häufen, wenn man sowieso mit allerlei Gfrett konfrontiert wird.
    So war das auch bei uns, meiner Frau und mir. Ich sollte erklären.
    Meine Frau hatte vor drei Jahren einen schweren Schlaganfall (sie blieb halbseitig gelähmt). Ich bin bereits in Rente, wirklich nicht reich, aber es ging immerhin so, dass wir mit Hilfe unseres Sohns die Pflege zu Hause eine Zeit lang allein bewerkstelligen konnten. Leider wurde es immer schwerer, gerade für mich, auch weil sich zur Lähmung auch noch eine leichte Demenz gesellte. Ich musste also einsehen, daß ich professionelle Hilfe brauchte, ich wußte nur eins. Sie soll zu Hause bei mir bleiben, und nicht in ein Heim. Eine Pflegerin zu finden, war nun das eine. Diese auch bezahlen zu können das andere. Dazu möchte ich anmerken, daß ich 48 Jahre gearbeitet habe, eine Zeit lang (Handwerker) sogar selbstständig war. Leider ist es geschäftlich, gerade zu Letzt, nicht immer perfekt gelaufen, deshalb kann ich nicht auf große Reichtümer zurückgreifen. Und mein Sohn auch nicht, da er mit in unserer Firma war. Ich brauche niemanden zu sagen, wie die Berufssituation heutigentags ist, gerade wenn man etwas ländlich lebt. Jetzt arbeitet er mal hier mal da, aber immer nur auf Zeitvertrag und mit einer Bezahlung, wie vor 20 Jahren.
    Wir drehten also jeden Pfennig hin, und her, und mußten uns eingestehen, daß wir Hilfe brauchen. Das ist mir sicher nicht leichtgefallen. Der Gang zum Sozialamt, das war eine furchtbare Erfahrung für mich. Nie bin ich ein Bittsteller gewesen, aber es ging eben nicht anders und war doch für die Frau die ich liebe.
    Dort war man nur bedingt freundlich, was ich vielleicht noch verstehen kann. Immerhin haben die Mitarbeiter da sicher jeden Tag mit Schnorrern und Arbeitsverweigerern zu tun. Aber in unserem Fall war es doch wirklich etwas anderes! Nun, trotzdem verweigerte sich das Amt und wollte nicht dabei helfen, die Pflege zu bezahlen. Ersparnisse, die mein Sohn in seine eigene Altersvorsorge langfristig gesteckt hatte, sollten wir aufbrauchen. Das wollten wir nicht nur nicht, sondern wir fanden es auch ungerecht, weil es doch für ihn selbst war. Also sprachen wir mit unserem Priester, der hier diese kleine Senioren-Siedlung betreut. Der gab uns eine gute Empfehlung. Er sagte, es gibt einen Verein mit Namen Viva Vita der bei der Vermittlung von Anwälten auch hilft. Erst wusste ich nicht, was uns das bringen soll. Aber dann schaute unser Sohn mit mir zusammen im Internet nach und wir erfuhren mehr. Also wurde ich kurzerhand Mitglied in diesem Verein und erkundigte mich gleich nach Hilfe, um einen richtigen guten Anwalt für die Pflegekosten zu bekommen. Die halfen uns dann auch sehr prombt und gut und um eine lange Geschichte kurz zu machen haben wir, sogar gewonnen. Das Sozialamt musste schließlich auch noch unseren Anwalt bezahlen (das hätten sie also auch billiger haben können, wenn sie nicht so stützig gewesen wären. Praktischer nebeneffekt für mich: Dank des Vereins bekomme ich sogar die Zuzahlungen für Medikamente jetzt ersetzt. So kann ich meiner Frau wenigstens ab und zu auch mal einen schönen Strauß Blumen schenken. Denn ihr lächeln, hat sie auch nach dem Schlaganfall nicht verloren.

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