verliebt, zusammen, getrennt – und welche Rolle Hormone dabei in unserem Körper spielen

Verliebtheit oder ihr Gegenpart, der Liebeskummer, können selbst die gelassensten Menschen völlig verrückt machen und zu Verhaltensweisen führen, die Mitmenschen je nach Sichtweise als irrational bis komisch einstufen.

Für die Neurowissenschaft ist die Frage, warum das so ist und was daran schuld ist, geklärt: Hormone sagen Wissenschaftler ganz unromantisch. Hormone, die diese herrlichen bis furchtbaren chemischen Reaktionen in unserem Gehirn auslösen.

Dabei unterteilen Neurologen den Lebenszyklus einer Liebesbeziehung in 4 Phasen:

1. Lust

Körperliche, von optischen Reizen getriggerte Lust, ist normalerweise der erste Teil einer sich anbahnenden Beziehung, bei dem in erster Linie die Sexualhormone Östrogen (bei der Frau) und Testosteron (beim Mann) wirken.

2. Anziehung

frisch-verliebtDie Phase der Liebe, in der sich beide Geschlechter zumindest für Außenstehende eher komisch benehmen, bringt zusätzlich die Neurotransmitter Adrenalin, Dopamin und Serotonin ins Spiel.

Diese 3 Neurotransmitter sorgen für das Sturm-und-Drang-Gefühl (Adrenalin), sie kontrollieren unser Belohnungs- und Genusszentrum im Gehirn (Dopamin) und beeinflussen unsere Stimmung, das sexuelle Verlangen und unseren Schlafbedarf (Serotonin).

Zur Erklärung:
Neurotransmitter sind chemische Botenstoffe in unserem Gehirn, die für die Weitergabe von Informationen zwischen Nervenzellen im Gehirn und dem restlichen Körper zuständig sind.

3. Bindung und Beziehung

In dieser fortgeschrittenen Phase der Liebe sorgen zwei Bindungs-Hormone – Oxytocin and Vasopressin – einerseits für weniger Lust und nicht mehr ganz so häufige sexuelle Kontakte, sie lassen Paare aber mehr Gemeinsamkeiten entdecken und Aktivitäten zusammen erleben und vertiefen so die Beziehung.

Wenn aus der Beziehung Kinder hervorgehen, wird die Wirkung dieser beiden Bindungshormone noch einmal verstärkt.

4. Ende einer Beziehung und Liebeskummer

trennungsschmerzBei einer Trennung setzen Cortisol und wiederum Adrenalin den Körper einem massiven hormonellen Stress aus. Symptome, die denen einer klinischen Depression sehr ähnlich sind oder echte Herzbeschwerden (Broken Heart Syndrom) können von dem als Liebeskummer, Herzschmerz oder gebrochenes Herz bezeichneten Gemütszustand hervorgerufen werden.

Der Entzug von Dopamin und Serotonin ist dabei einem Drogenentzug nicht unähnlich und sorgt unter anderem dafür, dass viele Getrennte ihre oder ihren Ex zurückgewinnen möchten. Ein Unterfangen, das laut den Spezialisten von beraterteam.info gar nicht mal so selten von Erfolg gekrönt ist. Leider meistens nicht für lange, denn Beziehungen bei denen es ein Paar nach einer Trennung noch einmal zusammen versucht, gehen langfristig zu mehr als 80% doch auseinander.

Liebesstress – oder was passiert im Körper von Liebenden?

Die Liebe wirkt also auf unseren Körper fast wie eine Krankheit – Herzrasen, wenig Schlaf, wenig Hunger, Knoten in der Bauchgegend, Schweißausbrüche um nur ein paar Symptome zu nennen, kennt man auch von einer Erkältung oder Grippe.

Sowohl in der Phase der Anziehung, als auch nach einer Trennung ist der Körper durch die erhöhten Werte von Adrenalin und Cortisol einem massiven hormonellen Stress ausgesetzt. Insbesondere Cortisol, das klassische ‘Stresshormon’, verursacht ganz ähnliche Symptome, wie vor einer Prüfung oder wenn man eine Rede vor Publikum halten soll.

Fazit
Hormone können einen massiven Einfluss auf den Körper von Liebenden haben. Das kann so weit gehen, dass man nur noch an die neue Liebe denkt und alltägliche Verrichtungen nur sehr eingeschränkt wahrnehmen kann.

Speziell nach einer Trennung kann die Wirkung der körpereigenen Chemikalien auch zu ernsthaften körperlichen Beschwerden, wie einer Depression oder echten Herzbeschwerden führen.

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