Der richtige Umgang mit Demenz für pflegende Angehörige

Ca. 1,4 Millionen Deutsche leiden an Demenz und angesichts des fortschreitenden demographischen Wandels könnte sich die Zahl der Erkrankten bis zum Jahr 2030 verdoppeln. Doch was ist Demenz genau und wie können Angehörige mit der Erkrankung umgehen und die bestmögliche Pflege und Betreuung gewährleisten?

Demenz hat viele Gesichter

demenzDemenz ist nur ein Überbegriff für mehrere Erkrankungen des zentralen Nervensystems, die für den Abbau der Leistungsfähigkeit und zunehmende Funktionseinschränkungen verantwortlich sind. Alzheimer ist die bekannteste und am weitesten verbreitete Form dieser dementiellen Erkrankungen. Für Angehörige ist der Umgang mit Demenzkranken oftmals sehr schwierig und bringt viel Leid und Schmerz mit sich, da sie eine Veränderung des geliebten Menschen durch den Krankheitsverlauf beobachten müssen, ohne Einfluss nehmen zu können.

Häusliche Pflege Betroffener

Ist die Entscheidung für die häusliche Pflege durch Angehörige gefallen, sollte der Wohnraum an die Bedürfnisse des Pflegebedürftigen angepasst werden. Demenzkranke gewöhnen sich nur schwer an neue Situationen, deshalb sollten die Umgestaltungsmaßnahmen mit Nachsicht umgesetzt werden. Hindernisse und Gefahrenzonen, wie hohe Türschwellen, Kabel, Teppiche, Stufen sowie scharfkantige Gegenstände sollten entfernt werden, um die Unfallgefahr zu vermindern. Ein komplett barrierefreier Wohnraum ist das langfristige Ziel. Die altersgerechte Wohnraumanpassung wird in der Regel von der Pflegekasse mit maximal 2.557 Euro pro Umbaumaßnahme im Jahr finanziell unterstützt.

Das eigene Wohl nicht vergessen

Als pflegender Angehöriger ist es besonders wichtig das eigene Wohlbefinden nicht zu vernachlässigen. Wichtig ist es sich private Freizeit zu genehmigen, um sich zu erholen und neue Kräfte sammeln zu können. Sollte ein Urlaub als Erholungspause von der Pflege nötig sein, gibt es die Möglichkeit Verhinderungspflege zu beanspruchen. Der dementiell Erkrankte wird dann von einem ambulanten Pflegedienst bis zu 28 Tage im Jahr betreut und die Pflegekasse zahlt für diese Leistung maximal 1.550 Euro, alle darüber hinausgehenden Kosten müssen von den Pflegebedürftigen selbstgetragen werden. Inzwischen verbreiten sich immer mehr Pflegehotels, die einen gemeinsamen Urlaub des Pflegebedürftigen mit dem Angehörigen ermöglichen. Für pflegende Angehörige gibt es Entlastungsangebote, wie Selbsthilfegruppen, die den Austausch von Erfahrungen und Tipps ermöglichen. Außerdem treffen hier Menschen in einer ähnlichen Lebenssituation aufeinander und können sich gegenseitig Trost, Anerkennung, Verständnis und Kraft schenken.

Unterbringung in einer Pflegeeinrichtung

Verschlechtert sich der Gesundheitszustand des Pflegebedürftigen, sodass keine häusliche angemessene Pflege durch Angehörige gewährleistet werden kann, oder sind die pflegenden Angehörigen überfordert, empfiehlt sich die Unterbringung in einer Pflegeeinrichtung. Online Portale, wie www.pflege.de bieten viele hilfreiche Informationen und helfen im Bedarfsfall auch bei der Vermittlung einer passenden Pflegeeinrichtung.

Bild: © Osterland – fotolia.com

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